Ich habe es so nötig,
Ihr Denken neben mir zu fühlen.
(Simone de Beauvoir)


 

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Sarasophie: Das Experiment

Man spricht es zusammen gezogen, mit Betonung auf dem O. Sarasophie. Es soll klingen wie ein mythischer Begriff, es soll sein wie eine Wissenschaft über Herrinnen, Fürstinnen und Prinzessinnen.

Sarasophie, das Experiment, soll Basis sein für alles, was kommen wird. Sarasophie, die Weisheit der Fürstinnen, wird die Gegenwart mit der Kraft der Vergangenheit in die Zukunft lenken.

 



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Blog

Man lernt an seinen Talenten Freude zu haben, weil es andere erfreut. Man hat nicht von Beginn an Spaß an seinen Talenten. Mir liegt es Männer zu umgarnen. Spaß daran habe ich deshalb trotzdem nicht. Nicht immer.
Mittlerweile freut es mich, die Gier in ihre leuchtenden Augen geschrieben zu sehen. Die Spannung zu spüren, die sich durch die von ihm ausgelöste Vibration wie ein Tuch um meine Lungen legt. Mit jedem Blick, der sich mit meinem trifft, nachdem sie sich zuvor bereits trennten und unsere Körper von einander fern gehalten wurden, spannt sich das Tuch enger, wird gezogen und erzeugt Druck, Panik, Schmerz, Lust.
Wenn dann die Spannung so groß ist, dass ich zu ersticken drohe, ist er endlich bei mir, öffnet meine Seiten wie die eines Buches, riecht daran, versucht zögernd einen Kuss auf die papiernerne Haut an Hals und kurz hinter dem Ohr.
10.10.10 09:39


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[...] Ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe. Wenn ich aber schreibe, dann sehen Sie mich nicht, es sieht mich niemand dabei. Sie können einen Dirigenten sehen beim Dirigieren, einen Sänger beim Singen, einen Schauspieler, wenn er spielt, aber es kann niemand sehen, was Schreiben ist. Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran, und nur das Veröffentlichte, die Bücher werden sozial, assoziierbar, finden einen Weg hin zum Du, mit der verzweifelt gesuchten und manchmal gewonnenen Wirklichkeit. Ingeborg Bachmann (1983)

25.9.10 21:09


Frank Wedekind - Frühlings Erwachen

1. Akt, 3. Szene
[...]
MARTHA. Wenn du welche bekommst, Wendla, was möchtest du lieber, Knaben oder Mädchen?
WENDLA. Jungens! Jungens!
THEA. Ich auch Jungens!
MARTHA. Ich auch. Lieber zwanzig Jungens als drei Mädchen.
THEA. Mädchen sind langweilig!
MARTHA. Wenn ich nicht schon ein Mädchen geworden wäre, ich würde es heute gewiss nicht mehr.
WENDLA. Das ist, glaube ich, Geschmackssache, Martha! Ich freue mich jeden Tag, dass ich ein Mädchen bin. Glaub mir, ich wollte mit keinem Königssohn tauschen. - Darum möchte ich aber doch nur Buben!
THEA. Das ist doch Unsinn, lauter Unsinn, Wendla!
WENDLA. Aber ich bitte dich, Kind, es muss doch tausendmal erhebender sein, von einem Manne geliebt zu werden als von einem Mädchen!
THEA. Du wirst doch nicht behaupten wollen Forstreferendar Pfälle liebe Melitta mehr als sie ihn!
WENDLA. Das will ich wohl, Thea! - Pfälle ist stolz. Pfälle ist stolz darauf, dass er Forstreferendar ist - denn Pfälle hat nichts. Melitta ist selig, weil sie zehntausendmal mehr bekommt, als sie ist.
MARTHA. Bist du nicht stolz auf dich, Wendla?
WENDLA. Das wäre doch einfältig.
MARTHA. Wie wollt ich stolz sein an deiner Stelle!
THEA. Sieh doch nur, wie sie die Füße setzt - wie sie geradeaus schaut - wie sie sich hält, Martha! - Wenn das nicht Stolz ist!
WENDLA. Wozu nur? Ich bin so glücklich, ein Mädchen zu sein; wenn ich kein Mädchen wär, brächt ich mich um, um das nächste Mal...
[...]
31.8.10 21:25


Aus dem Nachwort Victor Marguerittes Roman "La Garçonne" - zu dt. "Die Aussteigerin"

Von der besonderen Einsamkeit der Frau wissen Männer nichts. Der Mann liegt im Schoß der Frau nur, um neue Kraft zu gewinnen, er baut sich auf aus der Vereinigung, und dann erhebt er sich und geht hinaus in die Welt, zu seiner Arbeit, in seinen Kampf, zu seiner Kunst. Er ist nicht einsam. Er ist geschäftig. Die Erinnerung an sein Eintauchen in die amniotischen Wasser gibt ihm Energie, Erfüllung. Auch die Frau kann geschäftig sein, aber sie fühlt sich leer. Sinnlichkeit ist nicht nur eine Entladung elektrischen Entzückens im Kontakt mit anderen. Wenn der Mann in ihrem Schoß liegt, ist sie erfüllt, mit jedem Liebesakt nimmt sie Mann in sich auf, in einem Akt von Geburt und Wiedergeburt, und trägt das Kind und den Mann. Der Mann liegt in ihrem Schoß und wird jedesmal wiedergeboren mit einer Begierde nach Taten, einer Begierde zu sein. Die Frau erreicht ihr Klimax aber nicht in der Geburt, sondern wenn der Mann in ihr bleibt. Anais Nin (Paris, 25. Mai 1932)

 

 

31.8.10 20:58


Zahnarzt Dustra.

"Damals trugst du deine Asche zu Berge, willst du heute dein Feuer in die Thäler tragen - fürchtest du nicht des Brandstifters Strafen?"
30.8.10 21:17


Unabwendbare Elenktik

Sie konfrontiert die Männer mit den von ihnen produzierten Gegebenheiten und Thesen und legt damit die sich daraus ergebenen Konsequenzen unterschwellig und naiv dar - als wären diese unabänderlich.

Diese Form der von Frauen gut anwendbaren Elenktik führt die Herren somit in die Aporie und hin zum Denken, zum Abändern der vorurteilbehafteten Thesen, während die Frau ihre sie faszinierend und anziehend machende Zweideutigkeit zurück erhält: die scheinbar immanente Eva-Weiblichkeit und die provokante, lasziv transzendierende Lilith als schöpfende und zerstörende Kraft.

Sie erzieht ihren Partner und sich selbst also hin zur ursprünglichen, göttlichen Geschlechtslosigkeit - den Körper nur als eine mögliche Ausdrucksform der göttlichen Idee, des Seelenpotenzials betrachtend.
12.8.10 19:42


Legieren.

In jeder Form von Glück muss immer eine Spur verunreinigender Zynismus sein. Allein deshalb, weil man weiß, dass es enden wird. 

Dann sollte man es lieber selbst tun und mutig voranschreiten, als sich hinterrücks davon überfallen zu lassen.  

9.8.10 21:06


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